Menü

Wirbelsäulengedicht

Die Wirbeltiere lebten längst an Land,
die Saurier bekamen schon die Fäule,
da nahmen Affen Werkzeug in die Hand
und richten sich auf ihre Wirbelsäule.

Den rechten Gang hatten Menschen nun erfunden,
der Körper brauchte dafür neuen Halt,
das Rückgrat begann sich immer mehr zu runden,
ein doppeltes „S“ entstand dadurch schon bald.

Millionen Jahre war dies ein Erfolg
doch dann wurde der Mensch plötzlich modern
alt und älter wird heut das Menschenvolk
sitzt und bewegt sich gar nicht mehr so gern.

Am Anfang leiden vor allem die Bandscheiben,
denn nur bei Bewegung bleibt die Durchblutung intakt.
Doch jetzt müssen sie oft ohne Nahrung bleiben,
das Gewebe reißt und es macht ganz laut „Knack“.

Nun ist der Bandscheibenvorfall gar nicht mehr weit,
der Bandscheibenkern nimmt den Weg durch den Spalt.
Er macht sich im Wirbelkanal ganz groß und ganz breit,
zerquetscht die Nerven wie eine Naturgewalt.

Zwischen den Wirbeln fehlt der wichtige Puffer,
das Bandscheibenfach wird schmal und meldet sich laut:
Das Kreuz schmerzt, die Wirbelgelenke werden nun schlaffer,
die Muskeln stöhnen: Nicht dafür sind wir gebaut!

Was jetzt dran kommt, das liegt schon auf der Hand:
Die Wirbel gleiten bei jeder Bewegung wie lose.
Dicker und größer werden Gelenke und Band,
und daraus folgt die Spinalkanalstenose.

Der Patient geht gebeugt und fast sieht es so aus,
als glichen wir uns schon wieder den Urahnen an,
als hätte die Evolution den Dreh wieder raus
und zwänge den Menschen zurück in den Affengang.

Man denkt und hofft: „Das ist das Ende des Übel.“
Doch kommt es schlimmer, die Wirbel verrutschen -oh Graus-
und gleiten aus der Reihe der einzelnen Wirbel
in alle Richtungen je nach Bewegung heraus.

Skoliose, Spondylolisthese,
Wirbelsäulenverkrümmung und – dysbalance,
die Fachärzte machen mal wieder ein großes Gewese,
der Patient hofft auf eine realistische Chance.

Medikamente, Yoga, Operationen
Manuelle und Physiotherapie
Chiropraktiken, Fango, Infiltrationen,
hilft`s nicht dem Patienten, so hilft`s der Orthopädie.

So ist schwer zu finden der teure ärztliche Rat,
den Durchblick und Hoffnung verliert schon mal der Patient,
so manch ein Quacksalber schreitet schnell zur Tat,
auch wenn er die Kernspintomographie nicht gut kennt.

Die Lösung liegt im guter Teamarbeit:
Sport und Gewicht beachtet nun der Kranke,
der Neurochirurg verbessert die Schäden soweit
dass die Nerven frei sind ohne Schranke.

Die Physiotherapie stärkt Muskel und Band,
der Arbeitsplatz wird ergonomisch fein,
Durch diese Dinge – das wird oft verkannt –
wird schnell der Rücken sehr zufrieden sein.

Nun kann der Kranke wieder fröhlich lachen
und die Bewegung tut gar nicht mehr weh.
Erstaunt kann er bald wieder alles machen
und sagt den Rückenschmerzen nun „Ade“.

1 Kommentar

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.